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Das Gegenteil zum "Black Friday" wie wäre es mit einer Sammelbestellung für das Jahr 1913

 

Heute ist gerade die westliche Welt sehr stark auf Konsum ausgerichtet. Wo man hinschaut gibt es, gerade auch für den Sportler, Ausrüstung im Überfluss. Ist der Ball einmal beschädigt, wird einfach ein neuer bestellt oder direkt im Sportgeschäft des Vertrauens gekauft.

Im Jahr 1913 spielte das Vertrauen auch eine gewichtige Rolle bei der Bestellung von Sportartikeln, da sie zur damaligen Zeit auch sehr teuer waren. Ein Anbieter war Carl Steidel mit seiner Firma A.Steidel  Berlin, der auch Mitglied des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele war. Ein Blick in den Werbekatalog der damaligen Zeit gibt einen Einblick in die verfügbaren Artikel und den damit verbundenen Preisen.

Am Anfang des Katalogs wird direkt mit Referenzen hausiert um den "Neukunden" zum Kauf zu bewegen und im Raum Berlin scheint es auch keinen Verein gegeben haben, der nicht zum Kundenstamm gehörte. Die beste Referenz, die man sich zu der Zeit vorstellen konnte, prangt sehr präsent auf dem Titelblatt. Wer u.a. der Hoflieferant seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen war, brauchte sich um Bestellungen sicher keine Gedanken machen.

Wenn wir einen Blick in den Katalog werfen fällt immer wieder der Hinweis nach "englischen Muster" oder "englischen Schnitt" auf. Das unterstreicht den damaligen Einfluss der Vorgaben aus England, aus dem die damals populären Sportarten nach Deutschland gebracht wurden.

Auf den Seiten "6" und "7" gibt es seltene farbige Ansichten von Trikots bzw. Fussball Club-Hemden der damaligen Zeit. Auf Seite "9" sind Neuheiten abgebildet in Form von Klub Jacketts, die vom Schnitt m.E. schon sehr sportlich waren. Was ich noch nie in Wirklichkeit gesehen habe, ist ein "Englischer Fussball Gürtel", der sogar einem Patent unterliegt.

Ein klassisches Erkennungsmerkmal aus den frühen Jahren des Fußballs ist auf der Seite 11 zu sehen, die Klub Mützen der damaligen Zeit. Diese sind auch sehr selten noch aufzufinden, daher bin ich sehr glücklich ein Exemplar in meiner Sammlung zu haben.

Wenn man sich die Schienbeinschützer auf der Seite 12 anschaut, bemerkt man recht schnell, dass die aktuellen Sportartikelhersteller das Rad nicht neu erfunden haben, die „Torwächter“ Handschuhe haben hingegen eine enorme Entwicklung genommen.

Ab Seite 14 kann man dann die unterschiedlichen Fußballschuhe der damaligen Zeit sehen. Gerade der "the Shooter" für 11,50 MK hat einen interessanten Ansatz, ähnlich wie das "Stevens Patent" für 12,25 M. auf Seite 16. Wenn man das durchschnittliche Arbeitseinkommen von damals, das bei ca. 75 M. lag, ins Verhältnis setzt, sieht man wie teuer eine Spezialausrüstung war und es sich wahrhaftig nicht jeder spezielle Fußballschuhe leisten konnte.

Auch die Preise der Bälle waren zur damaligen Zeit sehr teuer. Ab Seite 19 kann man diese begutachten, ein Ball kostete z.B. mit 13,50 M mehr als die meisten Schuhe. Klasse sind auch die Pflegetipps auf Seite 23 um eine Langlebigkeit zu gewährleisten.

Ab Seite 25 folgen dann neben Markierungsmaschienen, Toren, etc. die weiteren Sportarten zu der Zeit wie Rugby, Leichtathletik, Boxen, Schiedsrichterausrüstungen sowie die passenden Reklame-Bilder als krönender Abschluss.

 

So ich hoffe Ihr findet alle etwas damit wir eine vernünftige Sammelbestellung hinbekommen. Aber bedenkt bzgl. der Lieferung die Verfügung des Kaiserlichen Reichs-Postamts, dass in allen Orten Deutschlands den Empfängern an Sonntagen Pakete nicht mehr zugestellt werden.

 

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